Metagame - Eine kleine Handelsreise

Von Christian, Tobias und Pam

Feine Kleider.... er zwang mich wirklich meine Rüstung gegen feines Tuch zu tauschen. Dabei hatte ich seit Jahren keine Roben mehr an. Eigentlich seit dem ich von der Akademie zu der Kaserne von Schneen gewechselt bin. Ich war zwar oft bei den hohen Herren zu Gast, doch selbst da durfte ich meine Ausrüstung frei tragen. Ich kann verstehen das er keinen verlumpten Soldaten bei seinen Verhandlungen will, aber ich soll ihn schützen, ohne gerüstet zu sein. Auf einer Reise die seiner Aussage nach mehrere Monate dauern kann, durch gefährliches Gebiet und wir stellen eine lukrative Beute da. Wenigstens konnte ich ihn überreden zwei meiner ehemaligen Gefährten aus Schneen mit mir zu nehmen. Die beiden wurden als Geleitschutz unter Vertrag gestellt und durften voll gerüstet der Expedition beitreten. Unser erstes Ziel war die Akademie in Schneen, die Straßen sind zwar nicht sicher aber die Reise von Kaer Iwhaell nach Schneen verlief ohne größere Komplikationen. Lediglich einmal wurden wir von Bauern angehalten, sie brauchten Hilfe mit einigen Ertrunkenen aus dem nahen Moor. Valdar, Tannet und ich kümmerten uns um das Problem während Ludwig, Mei und der Handelstross weiterzogen. Die Bauern baten wir einen Boten nach Kaer Iwhaell zu schicken wenn neue Monster auftauchen sollten. Auf unseren Pferden konnten wir schnell aufholen. In Schneen angekommen schloß sich ein Bote der Krone und einige Soldaten der Expedition an, denn Gernots Berater haben von Ludwigs Handelsreise gehört und wollten ihrerseits Handelsrouten in das für uns unbekannte Land etablieren. Der Silberfuchs kümmerte sich mit den Magiern der Akademie um die Vorkehrungen zur Teleportation. Indes waren Ludwig und ich damit beschäftigt die Träger zu instruieren. Alle Vorräte und Waren mußten in die Halle der Magier geschafft werden. Gegen Abend waren wir endlich bereit die Teleportation einzuleiten. Alle Teilnehmer versammelten sich in der großen Halle während die Magier mit dem Ritual begonnen. Langsam verschwamm das Bild um mich herum, meine Begleiter, die vielen Kisten, sogar meine eigenen Gliedmaßen wurden langsam durchsichtig. Mit einem lauten zischen und Donnern wechselte die Szenerie und wir standen auf einer freien Fläche. Ein hagerer, alter, in einen braunen Mantel gewickelte Mann trat auf uns zu. Er war der Älteste von Haithabu und Empfang uns mit ungewohnter Gastfreundschaft. Ludwig hatte scheinbar die gesamte Reise geplant, denn die Helfer fingen bereits eifrig an die Kisten auf Schiffe zu laden. Schnell packte ich eine der Kisten die unter einigen anderen versteckt war und brachte diese unauffällig in meine Kajüte. Mei und Ludwig folgten dem Ältesten auf den Markt wo Ludwig einige Waren tauschen, kaufen und verkaufen wollte. Dort trafen wir auf Hasan ibn Fadlan, einen Händler aus Miklagard.

Die Reise wurde von nun an mit dem Schiff fortgesetzt und war für mich als Soldat eher langweilig. Wir hatten mehr als genug Matrosen an Bord und ich mußte nicht mal mit anpacken. Meine zeit konnte ich nutzen um mit Mei, Ludwig, Hasan, Valder, Tannet oder einem der Matrosen zu sprechen. Von Ludwin und Hasan erfuhr ich viele interessante Geschichten von den Landen in denen wir uns befanden. Eurasien, scheinbar der übergreifende Name über alle Ländereien um uns herum. Im Norden Skandinavien im Süden Germanien. Unsere Schiffe fuhren über das Ostmeer.

Viele neue und Unbekannte eindrücke brannten sich in mein Gedächtnis. Am meisten faszinierten mich die Geschichten über die Volkssagen, einem Vampir namens Vladimir, auch Lord Dracul genannt, Wechselbälger oder Nachtmahre. Einem Heroischen Krieger mit dem Namen Siegfrieg. Ein Lied über die Nibelungen und vieles mehr. Hasan zeigte mir viele Karten. Dieses Eurasien war gegenüber Solonia gigantisch und hatte viel mehr einzelne Fürstentümer und Königreiche. Eines der größten war unser Ziel. Die Hauptstadt Miklagard lag weit entfernt und wir hatten noch eine beschwerliche teilweise durch gefährliche Stromschnellen und Klippen führende reise vor uns.

Bis Kievr Rus verblieb die Reise ruhig. Dort wurden einige Handelsverträge abgeschlossen. Mit Mei erkundete ich die Stadt. Sie war an den dortigen Kräutern und Magierutensilien interessiert. Meine Aufmerksamkeit fiel schnell auf das Anschlagbrett beim Marktplatz. Dort hingen viele Steckbriefe. „Vadim der Schlächter, das Grauen von Kievr Rus. Herr der Pfähler“ „Kovatt der Braune“ „Herak Holzauge“ „Jorgen Stahlhand, der Verstümmler, erster Kommandant der Pfähler“. Einer der Matrosen schaute mich wie entsetzt an als er sah wie ich über die Steckbriefe schmunzelte. Er erklärte mir das unsere Route genau durch das Jagdgebiet dieser „Pfähler“ führte und das jede fünfte Karawane diesen marodierenden Söldnerheer in die Hände fiel. Kievr Rus war ein wichtiger halt auf der Route nach Miklagart doch konnte aufgrund eines vergangenen Krieges nicht die Mannstärke aufbringen selbst gegen diese Söldnerbande vorzugehen. Sodas diese ungehindert ihr Unwesen trieben. Nur selten überlebte eine Karawane den Angriff. In Kievr Rus gab es viele Tagelöhner die ihre Dienste als Karawanen Wachen anboten. Verarmte Bauern und Bettler mit rostigen Beilen. Keine würdigen Gegner für die gerüsteten Pfähler.

Zurück bei den Schiffen konfrontierte ich Ludwig mit den Informationen über diese Söldner. Ihm war trotz sorgfältiger Planung der Reise nichts über diese Gefahr bekannt. Unser Geleitschutz bestand aus Valder, Tannet, einigen Söldnern und Soldaten des Königs und mir. Alles im allen etwa 15 Mann sowie die Matrosen mit ihren Entermessern und Säbeln. Mir wurde unbehaglich bei dem Gedanken ungerüstet den Fluß in das Land der Pfähler zu befahren. In meiner Kajüte öffnete ich die versteckte Kiste, in dieser war meine Rüstung, meine Waffen und Tränke aus der Akademie. Mit gewohnter Gewandtheit zog ich diese an und versteckte sie unter einem langen dicken Mantel. Ludwig merkte nicht das ich mich seiner Anweisung widersetzt habe, oder vielleicht doch und es war ihm sogar recht.

Wir erreichten bald die „hnupnan tundu“ (sprich „chnupnen tunde“, Reißzähne) 7 donnernden Stromschnellen und Wasserfälle. Hier wurden die Schiffe an Land gezogen und alle Waren mussten an den Wasserfällen vorbei transportiert werden. Oft mit Eseln die man in Kievr extra zugeladen hatte. Auch die Bote mußten von Hand über Rollen an den Stromschnellen vorbei geschafft werden. Bereits an der zweiten Stromschnelle hatte ich das Gefühl das wir beobachtet werden. Ich entdeckte in der Umgebung platt gedrücktes Gras und frische Spuren. Hinter einem dichten Buschwerk fanden Valdar und ich eine frische Feuerstelle die Kohle war mit Wasser gelöscht worden aber noch warm. Einzelne Felle und sogar ganze Zelte waren zurückgelassen worden. Bezogen auf die gefundenen Spuren waren um die 30 Mann in diesen Lager. Schnell berichteten wir Tannet und Ludwig von unserem Fund. Den Soldaten und Söldnern wurde befohlen das Buschwerk und die Hügel genau im Blick zu halten. Die Matrosen merkten schnell das etwas nicht stimmte und wurden unruhig. An der Dritten Stromschnelle wurde das Gelände sehr unwegsam und unübersichtlich. Klippen, dichtes Buschwerk und ein sehr schmaler Pfad machte es fast unmöglich das Gebiet abzusichern. Valder und 4 Soldaten bildeten die Spitze des Konvois.

Mit lautem zischen und donnern schlugen die schlecht geschnitzte Pfeile in Kisten und Bote, trafen einen der Soldaten am Bein und verfehlten Mei nur knapp. Instinktiv stieß ich Ludwig hinter eines der Bote, Mei wandte sich dem angeschossenen Soldaten zu, ein weiterer schützte die beiden mit seinem Schild. Die Matrosen bewaffneten sich während sie sich vor dem zweiten Pfeilhagel versteckten. Jetzt war meine Zeit gekommen, ich warf den Mantel ab, drehte mich gekonnt vor einem auf mich zu fliegenden Pfeil weg und zog elegant mein Schwert. In dem Moment sprinteten mit Äxten und Rundschilden Bewaffnete Barbaren aus den Büschen und Hinter den Felsen hervor. Laut brüllend kamen sie immer näher. Tannet spießte den ersten Angreifer mit seiner Pike auf, der zweite stürmte auf ihn zu, wurde jedoch von einem Wurfspeer den einer unserer Söldner warf zu Boden gerissen. An der Spitze des Konvois kämpften Valder und seine Soldaten bereits gegen die Angreifer. Am Ende des Zugs waren die Matrosen den Hinterhalt am zurück schlagen.

Hinter einem großen Felsen trat nun ein Hüne hervor. Er trug eine mächtige Zweihandaxt und war mit einem Stählernen Schuppenpanzer gerüstet. An der rechten Hand trug er ein schweren, mit Stacheln übersäten Panzerhandschuh. Einer der Matrosen rief entsetzt das dieser Mann Jorgen Stahlhand sei, einer der gefürchteten Kommandanten der Pfähler. Ich mußte zugeben das seine +--Erscheinung weitaus imposanter ist als das bild auf den Steckbriefen. Muskelbepackt und mit vernarbten Gesicht stampfte er schnaubend mit der Axt im Anschlag auf uns zu. Mit einem fast lässigen Schwung zertrümmerte er das Schild eines Königsgardisten, dieser flog durch die Wucht des Hiebes einige Meter zurück und wurde im selben Augenblick von dem Speer eines nachfolgenden Pfähler am Boden aufgespießt. Tannet erstarrte, der Hüne wandte sich nun ihm zu, ich kämpfte gerade mich gerade durch die Angreifer zu ihm als Jorgen sich vor Tannet aufbaute und die Axt hob. Die Axt senkte sich rasant über Tannet, einen Augenblick bevor sie ihn gespalten hätte erreichte ich ihn und stieß ihn im aller letzten Moment zur Seite. Mit einem stählernen Krachen schlug die Axt auf den Felsboden und warf einen Funkenregen auf das trockene Gras rund herum. Augenblicklich bildeten sich kleine Rauchfahnen an den Stellen wo die Funken dem Boden berührten. In Sekunden Bruchteilen mußte ich die Situation bewerten. Nur wenige Minuten würde es dauern bis die gesamte Fläche in Flammen stand, vor mir der Hüne und aus den Büschen kamen noch immer Barbaren geströmt. Tannet fand erst langsam die Fassung wieder. Während ich mit wirbelnden Schwert streichen und Wurfdolchen versuchte die Angreifer auf Abstand zu halten. Jorgen war wie ein Riese aber dennoch unglaublich wendig, entweder sprang er mit Leichtigkeit zur Seite wenn ich nach ihm hieb oder er schlug das Schwert mit seinem stählernen Fäustling weg. Immer wieder schwang er seine mächtige Axt in meine Richtung, durch die dicker werden Rauchwolken und mittlerweile lodernden Flammen waren meine Fluchtwege begrenzt, die Luft war kratzend und heiß, mit jedem mal ausweichen wurde mir meine Kraft mehr und mehr genommen, während Jorgen scheinbar in einen Rausch viel, der Geruch von Blut, Rauch und Schweiß schienen ihn anzutreiben, immer härter und schneller schwang er seine Axt. Wieder und wieder wisch ich in der letzten Sekunde aus. Meine Lungen brannten. Ich konnte kaum Atmen. Nach etlichen Hieben denen ich allesamt entgangen bin blieb seine Axt endlich ein einem Baumstumpf hängen. Mit einem mächtigen hieb schlug ich auf den Schaft der Axt und zerbrach diesen. Waffenlos stand der Riese nun vor mir und lachte. Ohne das ich reagieren konnte sprang er auf mich zu und Schlug mit seinem Fäustling direkt in mein Gesicht. Es fühlte sich an als hätte mich ein Pferd getreten. Sofort merkte ich das mir Blut durchs Gesicht lief. Ich schmeckte die Salzige Flüssigkeit und sah nur noch verschwommen. Schwer keuchend stand ich nun vor Jorgen der erneut auf mich zu sprang, diesmal konnte ich aber ausweichen und schlug mit meinem Schwert nach ihm. Mit kaum noch kraft in den Händen war es ein leichtes für ihn das Schwert mit dem Fäustling abzuwehren und mir aus der Hand zu reißen. Meine Knie waren weich und meine Bewegungen langsam. Ich zog hastig meinen Dolch um nicht waffenlos vor diesem Monster zu stehen. Er fixierte mich mit einem Blick aus Hass und unheimlicher Freude. „Nie traf ich einen Gegner wie dich, flink wie ein Hase und stur wie ein Esel! Keiner hat bisher einen Schlag von mir überstanden.“ Seine Worte waren Dumpf, ich vernahm sie nur unterbewußt. Ich war hoch konzentriert um nicht ohnmächtig zu werden. Mein Blick war leer und Starr, ich hatte nur eine Chance dies zu überleben. Ein Angriff der ihn überraschte. „Weist du wer ich bin, Jorgen?“ Er lachte „Ein Wurm!“ Meine Augen weiteten sich. „Nein! … Ich bin dein Untergang!“ Mit diesen Worten legte ich all meine kraft in einen Sprung. Ein Sprung der mir wie eine Ewigkeit vorkam. Ich sah wie sein brachialer Handschuh auf mein Gesicht zu flog und hörte sein hönisches lachen. Dann wurde es Schwarz...

Vor mir erschien ein lächeln, ein lächeln das 2 Fangzähne entblößte, meine Sinne waren trüb, ich roch weder Blut noch Rauch noch Schweiß, im Hintergrund vernahm ich lautes getöße, und dann eine Stimme. Eine wohlklingende und beruhigende Stimme. „Wim? Was machst du auch für Sachen!“ Langsam kam ich zu mir. Es war Mei... Mei kniete vor mir. „I....Ich...le...be?“ "Wim was hast du gemacht. Wenn es nicht um das Leben anderer gegangen wäre dann wäre ich jetzt ziemlich sauer auf dich!“ Es war als ob sie meine frage ignoriert hätte. „Pass das nächste mal besser auf dich auf". Langsam formte sich ein gesicht um das lächeln. Mei schaute mich mahnend an, eigentlich wie immer. Dann lächelte sie wieder und streichelte mir über die Wange. „Nicht nur die anderen brauchen dich.“ Mit den Worten stand sie auf und ging von meinem Bett weg. Ich erkannte woher das getöße kam. Die matrosen Feierten und Tranken. Ludwig stand neben mir. „Mensch wim, weißt du was du gemacht hast? Du hast Jorgen Stahlhand getötet!“ Einer der Matrosen erhob das wort. „RUHE! Du kleiner wicht!“ Er lachte. „Du hast uns alle gerettet. Als die Pfähler sahen wie du ihren Kommandanten den Dolch in den Hals gerammt hast flohen sie schneller als sie gekommen waren! Wir verdanken dir viel Stahlbrecher!“ Nach einem kurzen Moment der stille erschallte es immer wieder „STAHLBRECHER! STAHLBRECHER!“

Die Feier ging weiter. Und Ludwig erzählte mir was passiert war. Jorgen schlug mir so feste ins Gesicht das er meinen Schädel zertrümmerte und mich damit fast tötete, doch im gleichen Moment habe ich ihm meinen Dolch tief in den Hals gerammt und damit das Leben genommen. Mei sah aus der ferne was passiert war und rannte durch die flammen zu mir. Sie rettete mir das Leben mit ihrer Magie. „Wim du Schuldest mir noch ein Kleid!“ hörte ich Mei von weiter hinten rufen. „Die flammen haben meins völlig ruiniert!“ Ich unterhielt mich noch lange mit den Anwesenden über das geschehene. Nachdem ich gerettet wurde zogen wir weiter bis wie eine Taverne fanden. Dort rastete der Tross bis es mir besser ging. Wir haben in dem Kampf 17 Leute verloren. Überwiegend Söldner und Matrosen. Viele wurden verletzt. Trotz des Sieges war es für mich also ein trauriger tag. Ein schwarzer..... Tannet... Was mir im Kampf nicht aufgefallen ist war das Jorgen nicht nur nach mir geschlagen hat. Im Eifer spaltete er meinen alten Gefährten in zwei Hälften. An diesem Abend waren es nicht meine Wunden die mir schmerzen bereiteten.

Am nächsten Morgen zogen wir weiter und eine Woche später erblickten wir in der ferne die gigantische Stadt. Mächtige Festungsanlagen umgaben diese. An den Toren verhandelte Ludwig mit den Wachen die uns kurze Zeit später Einlass gewährten. An dieser Stadt war alles neu für mich, die Art der Häuser, der Geruch in den Straßen, überall roch es nach Weihrauch, Gewürzen, Myrrhe und Blumen. Nie habe ich eine Stadt wie diese gesehen, geschweige denn eine solche Masse an Menschen. Selbst Amerion reicht nicht an die Pracht dieser Stadt heran. Während ich über die Schönheit und Größe staunte merkte ich nicht wie mir 4 bewaffnete Wachen entgegen traten. In ihrer Mitte war ein edel gekleideter Mann. „Seid ihr der Mann der die Stahlhand bezwang?“ sagte er in einem orientalischen Akzent. „Ja ich denke schon.“ Sagte ich unsicher und musterte die Soldaten. Ihre Gesichter waren durch Tücher verdeckte die an ihren Helmen befestigt waren. Nur die augen konnte man sehen. Dunkle, durch schreckliche Ereignisse gezeichnete Augen. „Folgt mir!“ Sagte der Fremde und wandte sich ab. Die Wachen drängten mich mehr als überzeugend dazu zu folgen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir vor einem aus Marmor geschlagenen Herrenhaus an. „Trete ein Nachtfalke, du wirst erwartet.“ sagte der fremde mit ruhiger aber bestimmter Stimme. Ein seidener Vorhang hing vor der Pforte die ich nun zögernd durchschritt. Rauch lag in der Luft. Süßlicher Rauch. Es war dunkel und kühl. „Ihr seid also der Stahlbrecher?“ Eine sehr tiefe und brummende stimme erklang aus der hintersten ecke des Raumes. Kurz glühte eine Wasserpfeife auf. „Wer seid ihr“ fragte ich in die Dunkelheit. „Ein Freund, mehr braucht ihr nicht wissen.“ sagte die Stimme, wieder glühte das Stück Kohle auf. „Ihr wißt das auf Jorgen Stahlhand ein Kopfgeld ausgesetzt war? Neben euch liegt ein Beutel mit eben diesem. Nehmt es, den Leichnam haben wir bereits untersucht und von euren Gefährten abgeholt.“ Mein blick fiel auf den Tisch neben mir, nur schwerlich konnte ich den Lederbeutel darauf erkennen. „Dafür habt ihr mich her geholt?“ fragte ich ein wenig erbost „Ihr hättet auch einen Boten das Geld überbringen lassen können!“ Die Kohle glühte wieder auf. „Das hätte ich, aber ich wollte persönlich sehen wer die Stahlhand erschlagen konnte... und ihm danken, ihr habt meinen Sohn gerächt! Vor etwa zwei Monaten fiel seine Karawane diesen Mistkerlen zum Opfer!“ Noch lange unterhielt ich mich mit dem Mann. Am abend verabschiedete ich mich von meinem neuen bekannten und traf mich mit Valdar, Mei und Ludwig in einer Taverne am Markt. Ich lud alle drei ein. Ludwig erzählte von seinen Terminen in den nächsten Tagen, Valder bot an mit Mei die Stadt zu erkunden und ich schloss mich Ludwig an. Zusammen verbrachten wir viele Stunden am Tag die Waren zu tauschen, verkaufen und neue zu kaufen. An den Abenden lief ich einfach nur durch die Straßen und fand mich immer wieder an faszinierenden Plätzen wieder. Nichtmal einen Bruchteil der gesamten Stadt konnte ich so erkunden bevor Ludwig unsere Rückreise arrangierte. Diesmal über das Meer der Mitte. Am riesigen Hafen von Miklagart bestiegen wir das wohl Größte Schiff das ich je gesehen habe. Hier verabschiedete sich Mei und Valder von Ludwig und mir, denn wir brachen auf nach Selophia während die anderen beiden sich zurück in die zwölf Auen begaben.

Die wohl spannendste Reise in meinem Leben endete mit indem wir gen Sonnenuntergang segelten.... oder vielleicht beginnt sie erst?