Ritteressen Uffenheim

Ritteressen Uffenheim

14.01.2023

Ritteressen Uffenheim

 von Matthias

 

15. Jänner, letzter Yulemond
Das Essen gestern war sehr schön. Es waren Konrad, Nella, Mei, Luisa und ich dabei. Wir tauschten Geschichten über unsere Vergangenheit und zu meiner persönlichen Verbundenheit zu Lan Exeter aus. Es hängen viele wunderschöne Erinnerungen an diesem Ort, in dem ich sechs Jahre meiner Kindheit verbracht habe. Der Laden hat sich von einer Spelunke mittleren Niveaus zu einer ansehnlichen Brasserie gemausert. Zehn Gänge gab es im Tagesmenü, und die meisten haben ab dem sechsten Gang schon fast kapitulieren müssen.
Die Gespräche waren abwechslungsreich. Wir hatten endlich etwas Zeit, einige Geschichten, Anekdoten, aber auch Geheimnisse unserer Vergangenheit auszutauschen. Vor allem Konrads Geschichte hat mich schwer getroffen: Wir haben ihm Hilfe bei der Rettung seines Freundes zugesagt, so wie es in unserer Macht steht. Außerdem freue ich mich sehr für Luisa und Konrad als Paar. Ich denke, sie geben ein hervorragendes Duett ab, und passen sehr gut zueinander. Ich gönne Ihnen ihr Glück sehr. Sehr schön war es auch, dass Mei es rechtzeitig geschafft hat, von den Skelliger Inseln ihren Fuchsschwanzpopo hier rüberzubewegen. Konrad und ich könnten ja schwören, dass da mal irgendwann etwas mit diesem Graf Piotr aus Orgulistan laufen könnte… Mei bestreitet es natürlich – aber Zauberinnen sind ja bekannt für glaubwürdige Dementis und Spielchen. Sogar meine liebe kleine Mei.
Außerdem kam ich auf den Traum zu sprechen, den mir Carduin einst, als ich mit Volmar und Charlotte in Lan Exeter reiste, via Oneiromantie geschenkt hatte: Die Geschichte mit dem sinkenden Boot, und dem Gesicht Konrads, das sich in meinem gespiegelt hat. Vielleicht sollten wir ja doch Malvas Angebot annehmen, unser Blut zu untersuchen? Dennoch bleibe ich dabei: Nur, wenn Malva Konrad einweiht.


Nebel und Schatten im Pontartal 2

Nebel und Schatten im Pontartal 2

16.12 - 18.12.2022

Anschluss ans Gefolge (Nebel und Schatten im Pontartal 2)

 von Doris Hain

 

Es ist kalt, es ist Nacht, mein Pferd hat sich was in den Huf eingetreten und ich bin immer noch nicht
am Hof der Gräfin Agathe von Tannengrund, irgendwo in Aedrin, wo angeblich Chevalier Aramis du
Lacs momentaner Aufenthaltsort sein soll. Oh liebste Herrin, lass es wahr sein, dass ich ihn endlich
finde, ich bin es leid durch die Kälte zu stapfen.
Ich weiß nicht wie lange ich in der Finsternis dem Weg folgte bis ich bei der nächsten Weggabelung
auf eine äußerst seltsame Gruppe gestoßen bin, ein paar Menschen, ein Zwerg und ein Hexer mit
Lehrling, die von der Gräfin geladen waren. Zusammen gingen wir das letzte Stückchen, das Gehöft
war schon zu sehen und die Erscheinung auch. Sie tauchte so plötzlich aus dem nichts auf,
schimmernd und tanzend, grauslich und faszinierend zu gleich und dann war sie auch schon wieder
verschwunden. Zurück blieb die eiskalte Leiche eines einsamen Zwerges, der anscheinend vor uns auf
dem Weg zur Gräfin war. Ich habe seiner Seele den Weg ins Jenseits gezeigt, damit er nicht auch zu
einer solch ruhelosen Gestalt wird, um das Begräbnis müssen sich dann andere kümmern.
Kurz darauf umschloss uns die Wärme des Landsitzes der Gräfin. Doch sie verwehrten uns zunächst
den Zugang zur Gaststube, waren doch schon so viele geladene Gäste anwesend. Wie leid ich es bin
mir die Füße in den Bauch zu stehen. Endlich ließen sie die verbleibenden Gäste ein und auch die
Ungeladenen durften Platz an der Tafel nehmen, na immerhin zählt hier die Gastfreundschaft. Im
Stall zu schlafen wäre noch das i- Tüpfelchen meiner verdammten Reise gewesen.
Die Gräfin schien Verhandlungen mit den unterschiedlichen Kriegsparteien halten zu wollen, es
waren bereits Redanier und Temerier anwesend und dann war da noch jemand zur Rechten der
Gräfin am Kopf der Tafel, die Beschreibung passte. Chevalier Aramis du Lac, endlich hab ich ihn
gefunden. Da anscheinend die Verhandlungen noch nicht begonnen hatten und auch noch nicht alle
Parteien anwesend waren ging ich nach vorne und stellte mich kurz vor. Nachdem ich mich wieder
gesetzt hatte, dauerte es nicht lange und zwei Nilfgaarder kamen lautstark polternd zur Tür herein.
Welch ungehobelte Klotze, ich will auch nicht hier in der Pampa sein, aber deswegen meinen Unmut
lautstark kundgeben, da mangelt es an einfach grundlegend an Manieren. Kurz darauf kam noch ein
Aedrin Hauptmann, Friedegar von Guleta, reingepoltert und hat wiederum seinen Unmut kund getan,
also Manieren haben die alle nicht.
Als sich die Wogen geglättet haben, wurde ein einfaches Mahl aufgetragen, was vorne geredet wurde,
konnte ich am Ende der Tafel nicht verstehen. Ich unterhielt mich derweil mit dem Novigrader Zwerg
Krätze, den ich an der Weggabelung getroffen habe, kein unangenehmer Kerl, auch wenn er von
zweifelhafter Herkunft zu sein scheint. Bis zu dem Moment, als einer der Nilfgaarder Abgesandten
tot vom Stuhl fiel. Vergiftet, durch eins der Getränke, durch welches Gift genau und warum,
konnten wir nicht herausfinden. Der zweite Nilfgaarder verließ brüllend und tobend das Anwesen,
zurück blieb Verunsicherung und Verwirrung. Der restliche Abend verlief hauptsächlich mit
Befragungen der Bediensteten und Suche nach Gründen, bis keiner mehr so recht weiter wusste. In
der Zwischenzeit konnte ich mich mit Aramis und seinem Gefolge, Mene, Pierre und Jaques, bekannt
machen. Endlich hab ich mein erstes Ziel erreicht.
Die Nacht verging, die Unterkunft war nicht luxuriös, aber angenehm warm.
Aramis, der momentan in den Diensten der Gräfin stand, die ihn gebeten hatte sie bei der
Verhandlung zu unterstützen und sie zu schützen, musste wohl noch länger hier bleiben, bis der
Mord aufgeklärt war. Könnte schlimmere Orte geben, wenigstens ist es warm und halbwegs sauber.
Die Hexer wollten sich um das Erscheinungsproblem kümmern und die Reisenden, die aus der
entgegengesetzten Richtung angereist sind wie ich, haben sehr nah am Hof einen Altar des
Wolfspinnenkultes gefunden. Soweit ich das verstanden habe, ist das ein Zirkel von hiesigen Hexen,
die sich gerne den Gedanken der Reisenden bemächtigen, jetzt wundert es mich auch nicht mehr,
dass ich einen seltsamen Traum hatte, als ich diesen Landstrich betrat. Ein widerlicher Ort der Altar,
die dunkle Magie ist stark zu spüren, der Boden ist blutgetränkt von den Ritualopfern und es scheint
mir als würde man immer beobachtet werden, sobald man sich dem Altar nähert. Da war ich mir mit
dem Priester der Flammenrose einig, der pervertierte Grund musste gereinigt werden. Wir wollten
das zur Abenddämmerung erledigen, also der Flammenrosenpriester wollte das, wahrscheinlich wäre
es besser gewesen das gleich zu erledigen, vor allem nachdem schon gemutmaßt wurde, dass die
Gräfin und ihre Bediensteten irgendwie in dem Kult mit involviert waren. Aber wir hatten keine
Beweise, seltsam war das Verhalten der einen Dienerin, die seit zwei Jahren hier war, nachdem ihre
Reisegruppe komplett ausgelöscht wurde und ihr Gedächtnis auch. Es herrschte auf jeden Fall eine
seltsame Stimmung, wir vermuteten, dass der eine Nilfgaarder Verstärkung holen wollte, die Gräfin
oder ihre Haushofmeisterin direkt Zugang zum Kult hatte und wir hatten keine Ahnung warum der
Mord geschehen ist, nur reine Spekulationen. Und dann war da auch noch die verschwundene
Jägerin, die wir suchen wollten, weil uns eine der Bediensteten darum bat. Nachdem Aramis der
Gräfin Schutz zugesichert hatte, hatten wir eh nicht viel zu tun, zumindest nicht am ersten Teil des
Tages. Die Hexer kümmerten sich um die Nachterscheinung. Eine verfluchte Seele einer Frau, die
einen Tag vor der Hochzeitsnacht bemerkte, dass ihr Liebster untreu war und darauf hin alle drei
Beteiligten ermordet aufgefunden wurden. Wir mussten eine Kette finden, die sie von ihrem Liebsten
geschenkt bekommen hatte, wir hielten Ausschau, während wir nach der Jägerin suchten, fanden
diese aber nicht, sondern nur eine Gruppe von Wegelagerern, die ganz schön aggressiv waren. Wir
konnten sie ohne eigene Verluste beseitigen.
Eine weitere Gruppe der Anwesenden Gäste wollten das Land der Gräfin vermessen um
Nachbarschaftsstreitigkeiten vorzubeugen, diese trafen auf Ertrunkene. Ganz schön was los in
diesem Teil des Landes.
Währenddessen plante die Gräfin schon das Gehöft zu verlassen um auf ihren Sommersitz zu gehen,
weil sie befürchtete, dass die Nilfgaarder hier einfallen werden. Dann tauchte die Jägerin wieder auf,
die uns erzählte, dass irgendwer ihre Hasenfallen geleert hatte und sie weiter weg musste um Beute
zu machen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass wir irgendwas Entscheidendes übersehen haben.
Bis wir mit den Vorbereitungen, Nachforschungen und Suchen so weit waren, begann es zu dämmern
und die gesamte Gesellschaft machte sich auf den Weg um den Altar der Wolfsspinne zu zerstören.
Ich segnete unsere Waffen mit dem heiligen Wasser der Herrin und bat darum unseren Geist frei von
den Einflüssen der Hexe zu halten. Die Flammenrose entzündete ihr Feuer.
Wir erwarteten auf massive Gegenwehr der Hexe zu stoßen, aber das einzige was geschah, war, dass
sie sich zeigte um ihren Altar mittels Schutzschild zu schützen, sie provozierte und beleidigte uns,
zwang uns auf die Knie, aber wir blieben standhaft. Dann verschwand sie. Ich brach den Schutzschild
mit der Macht der Herrin und der Priester der Flammenrose übergab den unheiligen Altar den
Flammen. Die Macht der Hexe löste sich hier. Im Nachhinein war es zu einfach, ich habe ein ungutes
Gefühl.
Wir kehrten zurück um uns zu wärmen und zu stärken. Die Nacht war bereits angebrochen. Lange
saßen wir nicht in der Gaststube und konnten ratschlagen, denn dann kamen die ersten Nilfgaarder
und forderten die Auslieferung der Gräfin, Aramis stellte sich ihnen entgegen und behaarte darauf,
dass dem Mordfall nachgegangen werde und die Gräfin unter seinem Schutz stehe, im Namen
Toussaints. Sie akzeptierten es nicht und griffen sogar an. Sie waren gleich erledigt, einfache
Soldaten, aber Unruhe machte sich breit. Die Nilfgaarder waren zu nahe und äußerst erzürnt. Ihr
plumpes, aggressives Vorgehen irritiert mich aber immer noch. Später nutzte die Gräfin die Gunst der
Stunde und floh, mitsamt ihrer Haushälterin, ohne uns Bescheid zu geben und ein zweiter
unnachgiebiger Trupp der Nilfgaarder kam an. Verhandlungen zwecklos. Wie kann man nur so stur
sein oder überheblich… Irgendwie erschien es als wären wir komplett machtlos. Wir saßen in der
Falle, auf der einen Seite das Nilfgaarder Heer, dass auf dem Weg hierher war, vielleicht noch 5
Wegstunden, später kamen dann noch Flüchtlinge angerannt und haben es uns berichtet, auf der
anderen Seite die eiskalte Nacht. Wir hatten die Möglichkeit zu fliehen und Verluste aufgrund
mangelnder Winterausrüstung hin zu nehmen oder uns den Nilfgaarder zu stellen, überrannt zu
werden, vielleicht in den Flammen des brennenden Gehöftes grausam umzukommen. Keine
großartigen Aussichten. Ich plädierte dafür zu fliehen, es liegt keine Weisheit darin sich einer
Übermacht zu stellen und einen unrühmlichen Tod zu sterben, Zivilisten damit in den Tod zu reißen,
die Frauen darunter noch einem schlimmeren Schicksal zu überlassen. Doch die Angestellten und
Einheimischen weigerten sich zu gehen, wohin sollten sie denn, sind sie doch dann auch nicht mehr
als ungebetene Fremde in der Ferne.
Nun will ich von einer Heldentat berichten, die nichts mit glorreichen Kämpfen gegen
übermenschliche Kräfte und widerliche Kreaturen zu tun hat, die nicht direkt mit Ruhm und
Tapferkeit zu tun hat, wie schillernden Helden aus den Geschichten sind. Es ist eine Heldentat, die
Mitgefühl und Großzügigkeit widerspiegelt, zwei Tugenden der Herrin vom See, die des öfteren
unter den Tisch gekehrt werden.
Aramis hörte sich das Für und Wider der Situation an, die Wünsche der Bediensteten, das Bedenken
der anderen Gäste und fasste einen Entschluss. Zu fliehen würde für den ein oder anderen den Tod
durch erfrieren bedeuten, Heimatlosigkeit und Elend. Zu bleiben könnte aber das Ende von allen
sein, doch sind wir aus Toussaint und Aramis ein Chevalier, einen winzigen Hoffnungsfunken gab es
und diesen nutzte er um die Anwesenden vor Elend zu schützen. Er schickte Mene, Pierre und den
Barden Jan zum Nilfgaarder Lager. Sie sollen den Kommandierenden berichten, dass die Grafschaft
nun ein Protektorat von Aramis du Lac ist und es nicht weiter nötig ist Truppen hierher zu entsenden.
Das Warten war furchtbar, erst tief in der Nacht kamen unsere Boten zurück und brachten
Erleichterung. Aramis hatte es geschafft, er hat durch sein Handeln den Einfall der Nilfgaardischen
Truppen gestoppt, vorerst zumindest, aber im Moment waren wir alle sicher, was danach kommen
wird, wird Politik sein.
Noch kurz um meinen Bericht zu Ende zu bringen, die Nachterscheinung war auch noch nicht erlöst
und diese Heldentat geht schließlich an unseren Barden Pierre, der sich bereit erklärte mit der
verdammten Seele zu tanzen und sie um Verzeihung im Namen ihres ehemaligen Bräutigams zu
bitten, ihr ihre Kette wiederzugeben. Pierre schaffte es, ohne die Hexer, die Erscheinung verblasste
und verschwand.
Jetzt heißt es abwarten, bevor wir weiter ziehen und das Problem mit der Hexe ist auch noch nicht
gelöst. Viel zu viele Fragen sind noch offen.

Fotos von Calle Plantiko


Greifengewanderung 5

Greifengewanderung 5

Wenn Runa schreiben könnte, würde sie Folgendes in ihrem Tagebuch zum Tag des Treffens mit weiteren Greifen auf dem Weg Richtung Kovir und Poviss über den Landweg (warum eigentlich nicht per Schiff????) schreiben:
„Valerian meinte wir würden uns mit weiteren seiner Freunde nördlich von Hengsfors treffen, so sind wir auf den Weg gegangen mit Eska. Und tatsächlich haben wir Raaga (vor ihm habe ich etwas angst immer noch), Heskor (isst bewusst giftige Pilze, der ist auch Komisch), Atheris (seit wann tragen Hexer eigentlich die Farben von den Schwarzen?) und Konrad (kommt aus Ländern, die ich nicht kenne, die klingen auch nicht so, als würde man da gut drinnen Leben) getroffen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde für mich, da sich die anderen alle kannten, kam es sogar zu einer Entschuldigung von Raaga an mich. So richtig mag ich ihn dennoch nicht. So sind wir als Trupp weitergezogen Richtung Greyden, noch nie gehört, wohl weil es nicht am Meer ist. Auf dem Reisen wurden viele Themen angesprochen, unter anderem auch hat Konrad angeboten das Valerian eine Hexer Schule auf seinen Länderreihen gründe, da er dort eine Burg übernehmen könnte. Wieso kann der Mann einfach Burgen versprechen? Er sah nicht aus wie ein Reicher Jarl mit großen Länderreihen.
Bei einer kurzen Rast wurde von Atheris und Konrad freundschaftlich die Waffen gekreuzt. Das sah von beiden sehr gekonnt aus. Ich trag meine Axt und Messer ja nur als Werkzeug mit und mit meinem Bogen wollte ich nicht auf jemanden schießen. Eska musste zur Strafe laufen gehen, warum habe ich vergessen.
Nach der Rast sind wir weiter in Richtung Bergausläufer gegangen. Wir habe noch eine Hütte gefunden mit seltsamen Zeichen drauf. Nach kurzen Untersuchen wurde entschieden, dass es keinen Auftrag für die Hexer gibt´, somit ziehen wir weiter. Ich hatte auf unseren Wegen darauf hingewiesen, dass es Gerüchte gibt, das es in dieser Gegend Aussätzige gibt. Aber wer hört schon auf die kleine Runa.“
Da aber Runa nicht schreiben kann, bleiben diese Taten in Jedermanns Erinnerung stehen.


Chimären Kunst 3

Chimären Kunst 3

15.-17.07.2022

folgt.

Fotos von Lilly Zitrone
Instagram: lilly_zitrone


Kaer Iwhaell Festmahl 4

Kaer Iwhaell Festmahl 4

03.-05.12.21

26. Velen 1282, Niemandsland zwischen Lan Exeter und Aedd Gynvael

Liebes Tagebuch, Valerian hatte es tatsächlich für eine gute Idee gehalten Atheris, Jora und mich loszuschicken, um auf Wunsch unseres Gastgebers eine lokale Räuberbande zu verjagen. Ich war tatsächlich überrascht, dass sich die Aufgabe als deutlich leichter herausstellte, als ich zunächst gedacht hatte. Dies mag vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass als wir das Lager gefunden hatten, dieses nur schwach besetzte war.

Als wir wenig später dann wieder im Gasthaus ankamen, erfuhren wir auch den Grund dafür – die Räuber hatten versucht, Vladim und einige andere Greifenfreunde zu überfallen – Selbst schuld…

So, oder so war das Gasthaus nun voll mit fremden Hexern und mir zum teil ungekannten Freunden. Keine Ahnung warum Valerian die alle herbei gepfiffen hat, aber es hat bestimmt etwas mit Kaeriseren zu tun – verdammt wie schreibt man das eigentlich? Ach … Egal.
Das Gasthaus war gut voll und ich hatte gerade angefangen, mich unter die Leute zu mischen und mir ordentlich einen hinter die Rüstung zu kippen – als der Abend doch noch spannend wurde. Wie sich herausstellte war eine Dame unter den Gästen eine Werwölfin und sie suchte Hilfe.

Sie hatte schreckliche Angst vor den bereits mutierten Hexern und wandte sich offensichtlich an mich, weil ich in ihren Augen der einzige war, der sie nicht sofort umschneiden würde – muss wohl an meinem Charisma liegen!

Naja, jedenfalls bat sie mich um Hilfe und ich sammelte von da an ganz viele Informationen, um mich darauf vorzubereiten, sie am nächsten Morgen zu heilen. Valerian meinte, es würde eine wundervolle Jagd-Vorprüfung für mich sein.

Eigentlich war ich die ganze Zeit nicht nervös … bis jetzt!

Ich sollte ins Bett gehen, es wird spät und die Bücher, die mir Valerian rausgelegt hat ‘riechen‘ förmlich nach einem laaaaangen Tag und dabei denke ich noch nicht Mal an das Labor, welches mich ebenfalls aus dem Nebenzimmer förmlich anstarrt … andererseits – ich werde mir noch mit Valerian einen in den Damm biebern und dann aber ab ins Bett.

 

27. Velen 1282

Meine Fresse, diesem Tag soll von ‘nem Mantikor in den Arsch gebissen werden. Mir tut alles weh und muss jetzt noch „Einen Bericht über die Geschehnisse des heutigen Tages, sowie eine Zusammenfassung aller Substanzen und Methoden welche du verwendet hast“, verfassen…. leck mich Valerian!

Aber hilft ja nichts, dann fange ich mal von vorne an:

Natürlich hatte ich mir mit Valerian gestern Abend noch einen reingeorgelt, wie so ein Achtarmiger und habe dann das Training am nächsten Morgen fast verschlafen.

Verdammter Hexer-Metabolismus, dem alten Sack hat man heute Morgen natürlich wieder nichts angemerkt.

Nach dem Frühsport nahm Raaga mich und ein paar andere zum Spurenlesen-üben mit und sorgte dafür, dass ich möglichst viel Schnee in den Mantel bekam.

Als wir dann nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zurück kamen, konnte ich mich endlich dem eigentlichen „Werwolf-Problem“ und den dazugehörigen Vorbereitungen, widmen.

Wir entschieden uns ein Serum zu kochen, welches die Physisteile des Werwolfs zerstören sollte. Eilig machte ich mich auf den Weg, die benötigten Kräuter und Zutaten zu sammeln – was sich im Nachhinein durch den ganzen Schnee als gar nicht so einfach erwies. Das Ganze dauerte deswegen leider etwas länger, als ich erwartet hatte, so dass die Werwölfin wohl Panik bekam und aus dem Gasthaus verschwand.

Zusammen mit den anderen Hexern nahm ich die Verfolgung auf und schnell verrieten und die Spuren, dass sich die Arme vollständig zum Werwolf transformiert hatte – einige Stunden früher als ich nach meiner Recherche erwartet hatte – was die ganze Sache nun deutlich erschweren würde.

Wir jagten also diese haarige Gewitterziege durch den Wald, Berge hoch und runter, bis wir realisierten, dass sie uns gezielt vom Dorf und dem Gasthaus weglockte.

Wir sprinteten also panisch zurück und fanden den nilfgaardischen Terrier kurz vor dem Gasthaus. Wie die Meister-Hexer versuchte ich den Werwolf zu beschäftigen und mit nicht tödlichen Hieben in Zaun zu halten, damit ich ihm die Spritze mit dem Anti-Werwolf-Serum verpassen konnte.

Beim zweiten Versucht klappte es dann auch! In meiner Freude ließ ich mich leider ablenken und wurde von den Werwolfpranken aufgespießt und durch die Luft geworfen. Das nächste woran ich mich erinnern konnte war der Geschmack vom Heiltrank und ein nicht enden wollender Würgereiz – aber es hatte funktioniert! Wir brachten das Mädchen zurück ins Gasthaus, wo wir uns um den letzten Schritt der „Entwolfung“ kümmern konnten.

Nein, es konnte natürlich noch nicht vorbei sein, denn das Serum sorgte schließlich nur dafür, dass sie sich nicht mehr verwandeln konnte – der Fluch jedoch war noch da. Diesen Rest überließ ich allerdings den anwesenden Magiern, denn mit derart Ritualen kenne ich mich ehrlich noch nicht aus.

Wie es schein haben die den Fluch auf einen Igel übertragen können – zumindest habe ich das so verstanden! Ja, es klingt bescheuert … ist es auch … aber es scheint funktioniert zu haben.

So oder so werde ich mir jetzt den Burggraben füllen und ich denke ich nehme mal die Socke mit – die Neue hat mich jetzt mehrmals angelächelt – sicher ist sicher! Vielleicht wirds ja heute Abend schon was mit dem „Gesetz der Überraschung“!

Fotos von Anne


Neu Ahornbach 9

Neu Ahornbach 9

04.03.-06.03.22

… wir durchquerten also das vereinte Königreich Ahornbach auf der Suche nach Arbeit, Fenja und ich. Die anderen Greifen bildeten ebenfalls kleine verstreute Gruppen um Geld zu verdienen. In Pont Vanis zu überwintern ist kostspieliger als gedacht. Unsere Kasse gähnt vor Leere.

Wir hörten also bei Durchquerung von Ahornbach, dass ein gewisser Großinquisitor und Ritter Rodrigues de Bivar Hilfe bei der Beseitigung von Werwölfen braucht – auch von Dämonenpaktierern und Nekromanten, aber das wollten wir getrost anderen überlassen.

Wir bestiegen also am Abend die letzten Stufen hoch zur Burg des Großinquisitors. Eine Reisegesellschaft ähnlich angelockter ging voran. Sie schritten durch das Burgtor mit natürlicher Selbstverständlichkeit – während Fenja und ich verdutzt guckten: Am Eingang standen zwei Männer mit Fackeln in roten Mönchsroben und weißen Masken. Sie erhoben die Fackeln zum düsteren Spalier und empfingen die Reisenden mit dem Gruß „pax vobiscum“.
„Hast du auch das Gefühl, die schließen hinter uns die Tore, wenn wir da reingehen?“ fragte Fenja verunsichert. So gingen wir ein paar Schritte hinein mit dem Ziel mit den roten Novizen zu sprechen, aber außer „pax vobiscum“ kannten Sie scheinbar nur das Vokabular „der Inquisitor wird eure Fragen beantworten“.

Wir schritten also in den Burghof wo sich eine Menschentraube gebildet hat und ein Herold erhob die Stimme um seinen Herrn den Großinquisitor anzukündigen. Außerdem verkündete er, dass alle Reisenden Passierscheine, Visa und Magiewirkergenehmigungen täglich vorzeigen und neu beantragen müssten. Gekrönt wurde die schräge Vorführung mit einer jungen Frau, die aus einem Kerker gezogen wurde: Sie sei eine Vampirin und solle hingerichtet werden. Sie flehte bitterlich, und ich bezweifelte als Fachmann, dass zwei magere Novizen eine höhere Vampirin oder eine Bruxa einfach festhalten könnten, gefesselt durch einen Leinenstrick. Ich schritt also zum präsentierten Großinquisitor und wollte mich vergewissern, dass ihr Vampirismus bestätigt sei. Er fertigte mich mit flüchtigen Worten ab. Als das Urteil vollstreckt wurde, löste sich die Frau in Asche auf.

Wir fertigten mit unerträglichen Anstehzeiten unser geduldiges Genehmigungspapier aus und wir fragten uns über den Herold nach Arbeit durch, bis wir zur Mitternachtsstunde den Inquisitor sprechen konnten in seinen persönlichen Gemächern: Mehrere Federbetten standen an den Wänden um ein großes Rundes Turmzimmer. Die Betten wiesen verankerte Handschellen auf, und ich wünschte es würde sich um ein liebliches Bettspielzeug handeln – doch der Inquisitor bestätigte mir, dies diene zum verschärften Verhör. Aber Einerlei, Spinner gibt es überall: Wir vereinbarten einen schriftlichen Jagdvertrag um Werwölfe und Ihnen dienende Gestaltwandler zu jagen, die eine große Bedrohung für die Burg und das Land ausmachten.

Von dieser Bedrohung merkten Fenja und ich herzlich wenig: Wir verbrachten einige kalte Nachtstunden in der nicht ganz so kalten Taverne, lernten ein paar nette andere Reisende kennen und wir schließlich zu Bett gingen.

Der Morgen war stink langweilig. Von der sogenannten Bedrohung merkten wir nichts. Es wurde um die Mittagsstunde eine große Hatz im Wald vereinbart. Die Zeit verbrachten wir, um unseren neuen Reisefreunden bei Nachforschungen zu helfen: Sie vermuteten, dass der Großinquisitor etwas verbirgt. Fenja versuchte beispielsweise das Schloss zum Gemach des Inquisitors zu knacken – ohne Erfolg. Dafür wurden wir aber mithilfe eines rhetorischen Vorwands in den Kerker gelassen. Unsere Reisegefährten analysierten, dass die eine Zelle, von einer magischen Barriere umgeben, die Leiche eines Nekromanten beherbergt – der Lebenskraft aus benachbarten Gefangenen ziehen konnte. Die Gefangenen wurden umverlegt und schon war das Problem erledigt. Manchmal geht’s halt auch einfach. Ja ok, es gab irgendwelche Inkognito-Nekromantenschüler die sich unter die Reisenden gemischt hatten – aber die ambitionierten Freizeit-Häscher unter den Reisenden konnten diese Entlarven und dem so vertrauenswürdigen Inquisitor übergeben.. ich weiß ja nicht. Hat den Beigeschmack zweier Übel, zwischen denen ich ungern wählen möchte.
Außerdem lernten Fenja und ich uns besser kennen: Sie erzählte mir von ihrer Jägersfamilie, ihren Brüdern, Erwartungen an sie, die sie scheinbar sehr belasteten… aber sie ist einfach zu stolz um ihre Situation vollkommen offen und ehrlich zu schildern. Sie hat das Herz am rechten Fleck und gerne soll sie uns weiter begleiten: Wenn etwas von dem (vermeintlichem) Monsterjagdruhm auf ihre weiße Weste fällt, so soll sie ihn gerne haben. In meinem Herzen hat Fenja auf jeden Fall einen kleinen Platz verdient.

Aber greifengetreu führten wir zur Mittagszeit unsere Jagd aus: Und waren sehr erfolgreich. Wir brachten rund 12 Wolfs-Gestaltwandler zur Strecke – echte Werwölfe gab es nicht – und konnten aufgrund des Gewichts zu zweit 8 derer Köpfe tragen und dem Inquisitor in der Burg übergeben. Er meinte sodann, er werde die Bezahlung holen – und das ist der Moment in dem so mancher Schuldner plötzlich merkt „oooh meine Soldkasse ist plötzlich weg“, doch dieses mal nicht: Nach einer verdächtig langen Wartezeit kam der Inquisitor aus seinen Gemächern zurück, und überreichte uns 16 gottverdammte riesige Goldtaler! Unfassbar. Ich bedankte mich herzlich und plante sogleich mit Fenja die Abreise aus diesem seltsamen Zirkus. Leider wurden wir durch seltsame Angriffe der Wolfs-Gestaltwandler in der Burg festgehalten: Bis in den tiefen Abend griffen die Wölfe mit voller Härte und Leidenschaft an, sodass Fenja und ich uns unseres Lebens erwehren mussten – naja sozusagen: Fenja hat sich bei dem Angriff unter dem großen Holztisch im Burghof versteckt. Aber sie hat mir das versprechen abgenötigt den anderen Greifen bloß nichts davon zu erzählen, das wäre ihr peinlich.

Fotos von Hannah Gritsch


Nebel und Schatten im Pontartal

Nebel und Schatten im Pontartal

26.11.-28.11.21

Aus dem Tagebuch des Atheris von Toussaint, Pontartal 21.-22. Saovine 1281 (Winter)

Drei Tage sind vergangen, seitdem Großmeister Valerian und ich vom Winterlager der Greifenhexer – im Niemandsland zwischen Lan Exeter und Aedd Gynvael – aufgebrochen sind um einen „kurzen“ Abstecher ins Pontartal zu machen.

Zu meinem Leidwesen hat Valerian mal wieder auf den Einsatz unserer Reittiere verzichtet und stattdessen lieber auf ein von Meisterin Nella erschaffenes Portal gesetzt, welches uns zumindest in die Nähe unseres Ziels bringen sollte – dennoch sind wir nun seit Tagen in dieser unwirtlichen Gegend unterwegs auf der Suche nach einem Vatt‘ghern Namens Angrist, seines Zeichens Experte auf dem Fachgebiet der Herstellung von Tränken. Zumindest haben wir gestern Hinweise erhalten, dass ein Hexer erst vor kurzem durch diese Gegend gezogen ist. Wir werden die Nacht weiterziehen und versuchen aufzuschließen.

Das Glück ist uns hold! Wir haben tatsächlich Meister Angrist kurz nach Einbruch der Nacht mitten im Schneegestöber am Wegesrand angetroffen. Gemeinsam mit ihm und einem temerischen Söldner haben wir uns weiter auf den Weg zu einem Gasthof gemacht, der laut Angrist ganz in der Nähe sein soll.

Gestört wurden wir auf unserem Weg von zwei Gruppen Fistech süchtiger Halsabschneider, die uns im Unterholz auflauerten. Ein erster Versuch der Räuber unser Habe habhaft zu werden endete im Blutvergießen … auf Seiten der Missetäter, versteht sich. Bei einem weiteren Überfall der Verbrecher entschied sich Valerian für die Auszahlung der Verbrecher – womit ich absolut nicht einverstanden war. Im Kaiserreich hätte man mit ihnen kurzen Prozess gemacht und ein Exempel statuiert – nun gut, zumindest haben wir unser Nachtquartier danach ohne weitere Zwischenfälle erreicht.

Wenn mir das jemand vorher erzählt hätte, was mich in der Taverne erwarten würde…ach ich lass es lieber! Neben einem redanischen Begrüßungskommando, einer illustren temerischen Reisegesellschaft und einigen anderen Gestalten, fanden wir einen uns unbekannten verletzten Greifenhexer vor. Die Tatsache, dass er sich als Meister vorstellte, wurde von Großmeister Valerian zugleich in Frage gestellt, da nur er als einziger Überlebender Meister der alten Greifenschule die Meisterschaft erteilen kann.

Trotz meiner kaiserlichen Rüstung und der darauf unverkennbar abgebildeten goldenen Sonne, schenken mir die Nordlinge nur wenig Beachtung – lediglich ein redanischer Soldat fragte beim Betreten der Taverne, ob mir die Rüstung der Schwarzen verliehen wurde oder ob ich sie „erworben“ habe … bevor ich ihm wahrheitsgemäß antworten konnte, tat Valerian die Frage mit „ein Souvenir“ ab – keine Unwahrheit und da der Soldat mit der Antwort offensichtlich zufrieden war, habe ich es auch dabei belassen. Zudem stimmten die Redanier vorhin eine Ballade über die Schlacht bei Brenna an, die sie besonders laut in meine Richtung trällerten – aber abgesehen von der durch die Propaganda der nördlichen Königreiche verdrehten Wahrheit über den Hergang der Schlacht, stören mich derart Lieder nur wenig. Nur einmal drohte die Stimmung kurz zu eskalieren und zwar als der Hauptmann in einem Anfall von Prahlerei die redanische schwere Reiterei als die Beste der Welt darstellte – die Tatsache, dass man gerüstete Reiter auf Ackergäulen als Kavallerie bezeichnet ist ja an sich schon ein Affront! Zumindest schien der Mann Ahnung von Pferden zu haben und die gereizte Stimmung ebbte in einer Diskussion über edle Rösser (die sie im Norden allerdings nicht haben) ab.

Ich habe vorhin zu meiner Freude festgestellt, dass zu der temerischen Reisegesellschaft auch die Magierin Cecilia DeFiné mit ihrer Leibgarde gehört. Sie ist uns Greifen keine Unbekannte und viel Wichtiger – sie hat hervorragenden Wein dabei – könnte also widererwartend ein geselliger Abend werden.

Es war in der Tat ein langer und geselliger Abend – zum Glück macht uns Vatt’ghern ein wenig Alkohol im Blut nichts aus! Auch die meisten anderen Drogen zeigen bei unserem Metabolismus nur bedingt Wirkung, ganz im Gegenteil zu dem örtlichen Holzfäller, der hier seit Sonnenaufgang bei der Taverne auf- und abrennt und verzweifelt versucht eine Eskorte zu finden. Er stammelt etwas davon, dass ihn die Büsche angreifen – er aber Geld für seine Familie verdienen muss!

Ich hätte darauf wetten können, dass Großmeister Valerian dem armen Mann bei seinem Problem mit den Büschen helfen würde – dass aber tatsächlich mehr an der Sache dran war als nur die Halluzination eines Fistech-Süchtigen hätte ich nicht erwartet.

Nein, es waren keine Leshen gewesen – dafür waren sie nicht mächtig genug gewesen – dennoch war es aufgrund ihrer schieren Anzahl kein ungefährliches Unterfangen gewesen, gegen diese Kreaturen anzugehen – zumal der Ursprung und ihre Intention nicht in Erfahrung zu bringen ist.

Zu unserem Leidwesen müssen wir den Tod des Holzfällers betrauen, denn obwohl ich mich noch zwischen einen der lebenden Büsche und den Holzfäller warf, konnte ich den tödlichen Hieb nicht abfangen – man muss dazu aber auch sagen, dass er einfach nicht in Sicherheit bleiben wollte beziehungsweise – aufgrund seines Drogenkonsums – konnte! Als Valerian gerade dabei war einen möglichen Fluch, der auf dem armen Mann gelegen haben mochte, zu brechen – kamen die Nordlinge aus dem Gasthof zu uns in den Wald. Die Kreaturen nutzten den Moment der Ablenkung und fraßen die Leiche mit Haut und Haaren – wahrlich kein schöner Anblick! Immerhin hatte der Ausflug etwas Gutes, die Jägerin Fenja begleitete uns in den Wald und hat sich als angenehme und nützliche Verbündete erwiesen.

Es Dämmert langsam – vieles was in den letzten Stunden um den Gasthof herum vorgefallen ist, bekomme ich nicht zusammen. Es ist die Rede von einem geheimen Labor, indem schändliche Experimente an der örtlichen Bevölkerung vorgenommen werden.

Bis auf einen Fetzten Pergament, den wir im Wald gefunden haben, ergab die Suche von Großmeister Valerian, Fenja und mir keine wesentliche Erkenntnis über Ort, Zweck oder Personen, die hinter all dem hier stecken.

Die Ereignisse haben sich mit Einbruch der Dunkelheit überschlagen! Magierin Cecilia ist verschwunden! Dem Hörensagen nach hat sie versucht vor dem redanischen Hexenjäger zu fliehen, der sich hier im Gasthof aufgehalten hatte und angeblich Wind davon bekommen hat, dass sie eine Magierin ist! Der Hexenjäger ist noch hier … Sie nicht … das riecht nach Ärger! Wir werden uns der Suchexpedition die gerade zusammengestellt wird anschließen!

Das war mehr als knapp! Der Leibwächter von Cecilia kam aufgelöst aus dem Wald gestürmt und informierte uns, dass die Magierin von einer Gruppe Männern entführt wurde. Der junge Mann wartete allerdings nicht, bis sich die Expedition sammeln konnte, sondern machte sich gleich mit gezogener Waffe auf den Weg zurück in den Wald!

Ich muss sagen, dass das Hexertraining sich mehr als ausgezahlt hat, denn die Spur der Entführer beziehungsweise das Licht ihrer Fackeln führte uns einen steilen und sehr … sehr … sehr langen Hang hinauf und im Gegensatz zur Schlacht bei Sodden und dem Berg der Magier, fehlte mir mein treues Streitross doch merklich. Der lange Anstieg riss unsere Gruppe vollends auseinander und nach einem gefühlten ewigen Anstieg erreichten Fenja und ich als erste das gegnerische Lager und die Männer, die uns mit gezogener Waffe erwarteten. Nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung stürmte ich auf die Männer zu und Dank Fenja’s Warnungen gelang es mir die Feinde zu binden bis Valerian und die anderen sich ebenfalls in Kampfgetümmel stürzten konnten. Keinen Augenblick zu früh erlangten wir die Oberhand und es gelang uns den verrückten Alchemisten – der sich zugleich als der Tavernen Wirt entpuppte – daran zu hindern, Cecile ein letztes Elixier zu verabreichen.

Wie es sich nach dem Verhör des Wirt‘s herausgestellt hat, war es tatsächlich sein erklärtes Ziel durch die Elixiere die Mutation der Hexer zu reproduzieren. Weil seine bisherigen Versuche an der normalen Bevölkerung allesamt schiefgelaufen waren, hatte er der Versuchung nicht widerstehen können, sich an der Magierin zu vergreifen – in der Hoffnung – dass ihre ‚Andersartigkeit‘ und damit verbundene mögliche höhere Widerstandskraft bei der ‚Kräuterprobe‘ helfen würde. Zum Glück mussten wir nicht erfahren, ob er mit dieser Annahme Recht gehabt hätte.

Ein letztes Fazit zu dieser Expedition:

Nach einem längeren Gespräch mit Angrist, konnte ich seine zunächst ablehnende Haltung gegenüber unserem Vorhaben zumindest revidieren und zumindest die Möglichkeit aufrechterhalten, dass wir auf seine Unterstützung in Zukunft hoffen dürfen.

Mit der Jägerin Fenja haben wir eine neue Verbündete gefunden, die sich uns zumindest temporär anschließen möchte.

Reisen ohne Pferd kann man machen – ist aber „stronthe“

Was es mit meinem alten Tagebuch im Besitzt von Angrist auf sich hat, werde ich in einem separaten Eintrag festhalten!

Fotos von Calle Plantiko


Doppeltes Spiel - Der Kurzfilm des Greifenschule e. V.

Der Kurzfilm des Greifenschule e. V.
Ein Film von Markus Wacker & Matthias Schmittnägel

Der Kurzfilm hat das Ziel, mit einer netten Kurzgeschichte die Charaktere der LARP Gruppe Greifenschule darzustellen (ohne erheblichen cringe Faktor).
Danke an alle Beteiligten und Unterstützer!


Nimmermeer - Im Schatten der Dreifaltigkeit

Nimmermeer - Im Schatten der Dreifaltigkeit

31.08.-02.09.18

Valerian geriet durch einen Portalfehler mal wieder auf Abwege und fand sich bei einer Reisegesellschaft wieder, die eine von Zwergen besetzte Burg infiltrieren wollten. Da dies seine beste Chance auf einen Handel mit einem Magier war, der ihn wegteleportieren konnten, machte Valerian bei der Scharade mit. Er erhielt einen falschen Zwergenbart zum umhängen und mogelte sich mit den anderen in die Burg. Die Scharade wurde dann natürlich durchschaut und wildes Hauen und Stechen begann.
Im Rahmen von zwei Tagen ging es darum, eine Entität namens „Hass“ zu besiegen – wenngleich Valerian sich mehr um die kleinen Nöte und Sorgen von Volk und Reisenden kümmerte. Hier lernte er viele aufrechte Onnurther Glaubenskrieger kennen, und es sollte nicht das letzte mal sein, dass sie gemeinsam zu den Waffen griffen.


Funkenflug 15

Funkenflug 15

7.-10.10.21

Auszug aus dem Brief von Valerian an Nella

“… und so kam es, dass der kommerzielle, rabattierte Teleport, den ich in Hengfors buchte, mich in das Land ‘Harnac’ schickte – zur Erinnerung: Das Land in dem ich vor nunmehr fünf Jahren Atheris kennenlernte.
Es dauerte nicht lange, bis ich in der Wildnis auf eine Reisegesellschaft bunten Volkes traf, dass zum Dorf Hirschhausen unterwegs war, wo ein großes Fest zur Einweihung von mehreren Tempelschreinen für deren gute und neutrale Gottheiten stattfinden sollte. Der lokale Baron veranlasste dies als Politikum, um die kriegsgebeutelte Bevölkerung für sich zu gewinnen.

Kurz vor dem Dorf wurden wir von humanoiden Mutanten angegriffen, die die Reisenden unpräziserweise als ‘Ghule’ bezeichneten. Was für ein Schwachsinn. Sie waren auch überzeugt, die Ghule seien Untote…
Einerlei: Statt einem rauschenden Dorffest fanden wir eine verlassene Dorfruine vor. Die Schreine waren teilweise nichtmal errichtet oder geweiht worden.
Gut, dass mich dieser politische und kirchliche Unsinn nicht wirklich tangiert. Noch besser war aber, dass ich den Barden Kenor traf, der schon einmal Kaer Iwhaell besuchte, sowie die Onnurther Glaubenskrieger Fenja, Arn und Gerlache, die ich schon von anderen Reisen kannte. Ich bekam das Gastrecht ausgesprochen und fand prompt die Onnurther Magierin Sorana, die mir anbot, mir in wenigen Tagen ein Portal in die Heimat zu öffnen. Ich gelobte für diese Zeit die Onnurther Lagergesellschaft zu beschützen.

Während sich der große Abenteurerzirkus um diesen oder jenen Schrein für diesen oder jenen Gott subjektiver Gutheit oder Schlechtheit mit bösen Kultisten und anderen Problemen schlug, traf ich auf ein Gerücht, das meine Aufmerksamkeit erregte: Der Ghulkönig.

Dieses Individiuum sollte meinen Recherchen nach für die Mutationen der Menschen verantwortlich sein. Nach den Ereignissen im Kestrelgebirge, in denen wir die Machenschaften eines wahnsinnigen Forschers im Gebiet der Transhumanen Mutation unterbunden hatten, schwor ich Gabhan mich für die Bürde, die er damals im Labor auf sein Herz legte, mich mit der gleichen Tat zu revanchieren, sollte der Tag kommen.

Während sich alle also wie die kopflosen Hühner um irgendwelche Schreine kümmerten, schrieb ich heimlich einen Brief an den Ghulkönig in Person. Ich bot akademischen Austausch aus ‘Profi’ in Sachen Transhumaner Mutation an. Ich wollte sein Wissen in Gewahrsam bringen, sein Treiben beenden und seine schlimmsten Produkte vernichten.
Während ich einen Tag auf die Einladung warten musste, erhielt ich nachts eine Vision: Ich sah den Forschungsleiter, wie er zwei nackte, weibliche Subjekte begutachtete, die aus einer schleimigen Brutgrube gehoben wurden. Sie wurden inspiziert und für tauglich befunden (ich erwähne dir gegenüber meine Liebe, dass ich natürlich keine andere Wahl hatte, als in der Vision meinen Blick auf Ihre Nacktheit zu richten). Die beiden Subjekte wurden dann angewiesen meinen Leib zu verzehren.
Andere Reisende hatten ähnliche Visionen. Eine besonders dramatische war ein schwangeres Subjekt: Sie wurde der Brutgrube enthoben und das Kinde wurde gewaltsam den Leib entrissen. Das Neugeborene erhielt keinen Namen und kein Begräbnis, es wurde förmlich fortgeschmissen. Diese Tatsache, und die Anwesenheit von starker Magie in dem Labor führten zu meiner These, dass dieses Kind zu einem verfluchten Fehlgeborenen werden könnte.

Bis ich diese These bestätigen oder dementieren könnte, erhielt ich Besuch: Nach einem ausgedehnten Waldspaziergang zur Kräutersuche und zum Spurenlesen wurde ich von zwei Inkognito-Mutanten zum Gespräch mit dem Ghulkönig geladen. Just fand ich mich im Labor aus meiner Vision wieder. Der Forschungsleiter gab sich als Dr. Rax zu erkennen. Er suggerierte mir zwar der Ghulkönig zu sein, dies stellte sich aber als unwahr heraus. Ich schaffte es, ohne zu Lügen, seinen Fragen nach unserer Kräuterprobe und unseren derzeitigen Forschungsarbeiten im Detail auszuweichen; Auf der anderen Seite war es mir hingegen möglich seine Identität zu ermitteln.
Nachdem ich zurückteleportiert wurde weihte ich wenige Vertraute aus dem Lager ein, die die Ergreifung des Athron-Priesters, des Gott des Wissens, organisierten – unter der Bedingung, dass ich alle Forschungsnotizen aus seinem Labor erhalten möge. Er wurde folglich ergriffen und alle meine Thesen wurden bestätigt, bis auf die wahre Identität des Ghulkönigs. Der Portalschlüssel den er bei sich trug, konnte, so ergab es die Analyse der Magier, nur von einer Person genutzt werden. Ich erhielt als Einziger das Privileg, das Labor zu stürmen. Mehr Angst hatte ich aber ehrlichgesagt vor dem einweisenden Magier, als vor dem Labor, da er auf meine Rückfragen hin zugab, sich bisher noch nie praktisch mit der Teleportation beschäftigt zu haben. Einer der Abenteurer, der mich eigentlich begleiten wollte, legte mir noch ein persönliches Amulett um, um mir alles gute für meine Mission zu wünschen.

Ich schaffte es zum Wohle meiner Gliedmaßen das Labor in einem Stück zu betreten. Es war derselbe Raum, wie schon zu meiner Audienz. Während ich also die Unterlagen zusammenklaubte, hörte ich plötzlich ein feines Plätschern. Ein Seufzen. Ein Grunzen. Ich schlich zum Tisch, auf dem ich mein Silberschwert Komatetsu abgelegt hatte, und verschob die Knarzenden Platten: Darunter lag ein Brutbecken voller Schleim, und darin eine weiter Mutantin – eine Frau von rund zwanzig Jahren. Ihr aktiver werdendes Gebaren verriet ihren Hunger nach Menschenfleisch, und so fasste ich das Schwert in meinem Herzen mit festem Griff – und erfüllte mein Versprechen gegenüber Gabhan. Ich tötete Sie mit einem Stich ins Herz. So sehr mich der Moment auch ergriff, versuchte ich danach dem Raum, der sich in einer arkanen Globule befand, zu entkommen – aber ich fand keinen Ausweg. Es sollte sich rausstellen, dass der Portalstein zurück noch im Besitz von Dr. Rax war. Während ich also alle Schriften wälzte, alle Wände, Möbel und Schränke durchsuchte, ja sogar versuchte Mei’s Zauberamulett zu aktivieren um mit ihr zu sprechen, wuchs stetig in mir die Erkenntnis, dass ich den Raum nicht verlassen konnte.
Es knallte: Und vor mir standen fünf Abenteurer aus dem Lager, unter anderem der Besitzer des Amuletts, das er mir gab. Sie nutzten das Amulett als Anker, um einen Weg in die arkane Globule zu finden. So begab es sich, dass mich diese Truppe aus der Globule befreite.

Es war perfekt: Der irre Forscher war in Gewahrsam, ich hatte alle Schriften bei mir, und das Labor wurde fortan versiegelt. Ich wähnte mich schon in Sicherheit, und bereitete mich im Alchemielabor auf einen Konflikt mit einem verfluchten Fehlgeborenen zur Sicherheit vor – als Scharmützel im Lager ausbrachen. Die Mutanten griffen an, und sie eroberten Dr. Rax zurück.
D.h. liebe Nella – uns klebt ab jetzt ein rachsüchtiger Zauberer und mächtiger Athronkleriker am Arsch. Ich muss nicht erwähnen, dass ich sehr unglücklich mit dieser Situation war, aber sie ließ sich nicht ändern.
Während ich also vollgerüstet und mit Verfluchtenöl vorbereitet das Lager patroullierte, hörte ich just Geschrei – das Geschrei eines Kleinkindes. Eine Priesterin aus der Abenteurergesellschaft hielt es im Arm, und sie wirkte überfordert. Das kleine Kind war von dunkler Haut, und weißen, bösen Äuglein. Ich näherte mich dem Kind, nahm von einem Heiler eine Bandage und drückte es zur Sicherheit auf den kleinen Mund, damit es mich bei der Untersuchung nicht beißen möge – doch schlug mein Amulett nicht an. Es war nicht verflucht – es war vollständig mutiert.

Von dieser Angelegenheit persönlich schwer getroffen, fing ich an zu trinken. Ich patroullierte das Lager und schlachtete angreifende Kultisten des ‘bösen’ Gottes so und so ab. Ich metzelte Sie nieder. Einen nach dem anderen. Ich nahm alle vorbereiteten Stärkungstränke zu mir, brachte mich in Fahrt, ja ich zerfetzte einige von Ihnen sogar mit einer Wurfbombe.
Einige Zeit später kehrte ich zu der Priesterin Leonie zurück: Sie stand in einem Kreis aus Abenteurern die hitzig diskutierten, wie Sie mit dem “Monsterkind” umgehen sollten. Ich trat in den Kreis und beanspruchte das Kind für mich. Doch Priesterin Leonie gab es nicht heraus.
Ich bat sie zum Vieraugengespräch. In diesem versicherte Sie mir als Hohepriesterin und Adelige, dass sie persönlich sich um das Kind kümmern werde und ihm alle Liebe angedeihen lassen will, zu der sie fähig ist – was bei einer Dienerin einer Liebesgöttin verheißungsvoll klingt. Ich willigte ein unter der Bedingung, dass ich das Kind ‘Kessia’ besuchen dürfe, und Leonie sie zu mir bringen möge, sowie das Kind seine Bestimmung und seinen Platz in der Welt suchen würde.

Im Idealfall, wird dieser Brief dich lange nach mir erreichen, wenn der Teleport von Sorana morgen funktioniert. Wenn er dich nicht bis zur Wintersonnenwende erreicht möchte ich, dass du dich meiner Liebe erinnerst und Mei mein Testament nutzt.
Und gib Gabhan dem armen Bären ein paar Kronen für seine kaputten Hexerschwerter, das kann ich als Freund ja nicht mit ansehen.